Beckenboden
DER BECKENBODEN
"unsere innere STARKE BASIS"
Höchste Zeit den verborgenen Muskeln etwas Aufmerksamkeit zu schenken…
RÜCKBILDUNG
Bei der Rückbildung konzentriert man sich auf die Bereiche des Körpers, die während der Schwangerschaft und Geburt besonders belastet wurden. Das Ziel ist es, den Körper bei der Rückbildung aktiv zu unterstützen, Stabilität aufzubauen und die belasteten Bereiche zu kräftigen.
Rückbildungsgymnastik ist ein wichtiger Teil der Geburtsnachbereitung.
Aufgaben
Der Beckenboden in seiner ganzen Vielfalt hat so viele Funktionen und muss sich permanent an unser Leben und an die verschiedenen Lebensabschnitte anpassen.
➔ Er steuert die Blasen- und Darmentleerung
➔ Er verschließt das Becken nach unten, stützt und hält die inneren Organe
➔ Er gibt der Körpermitte Stabilität
➔ Er sorgt für eine aufrechte Körperhaltung
➔ Er steigert das Sexualempfinden
Bedeutung des Beckenbodens
DER BECKENBODEN ist unsere innere „starke Basis“.
Er ist eine Muskelplatte die sich im Becken befindet. Diese Muskulatur erstreckt sich von der hinteren Scharmbeinoberseite bis zum Steißbein. Man kann den Beckenbodenmuskel optisch auch mit einer Hängematte vergleichen, die unsere Organe umgibt und stützt. Er erfüllt seine Aufgaben unwillkürlich, also ohne dass man sich dessen bewusst ist. Höchste Zeit den verborgenen Muskeln etwas Aufmerksamkeit zu schenken…
Bei der Beckenbodenmuskulatur handelt es sich um eine umfangreiche Muskelschicht (aus Muskeln, Sehnen und Gewebe), die wie ein überkreuztes Gitter übereinanderliegt und sich über den unteren Teil des Bauchraums erstreckt.
Diese Muskulatur ist in 3 Schichten aufgebaut:
1. Die INNERE Schicht
– auch als Rundumschicht bezeichnet - schließt den Bauchraum nach unten ab. Zudem ist sie durch die Verbindung zu Rücken-, Bauch- und Beinmuskulatur für unsere Körperhaltung zuständig. Diese Schicht ist wie ein Fächer aufgebaut und umgibt und stützt unsere Organe im Becken. Die Aktivierung beim Beckenbodentraining erfolgt nach “innen” und “oben”.
2. Die MITTLERE Beckenbodenschicht
- bildet eine dreieckige Muskelplatte zwischen Scharmbein und den Sitzbeinhöckern. Ihre Aufgabe ist es Stöße und Druck aus dem Bauchraum wie ein Trampolin abzufedern und zu entschleunigen. Zudem stützt Sie die Blase und bei den Frauen zusätzlich die Gebärmutter. Beim Beckenbodentraining erfolgt die Aktivierung nach “innen”.
3. Die ÄUßERE Schicht des Beckenbodens
- wird auch als Schließmuskelschicht bezeichnet. Sie verläuft wie eine “8” und umschlingt die Harnröhrenmündung, den Scheidenausgang und den After. Durch schließen der 3 Körperöffnungen wird diese Schicht nach „innen“ und „oben“ aktiviert.
Leider kann die Spannkraft und Stärke dieser Muskeln im Verlauf der Zeit nachlassen, was zu Beschwerden wie zum Beispiel einer Blasenschwäche oder Organwanderung führen kann. Denn nur wenn der Beckenboden kräftig genug ist, kann er seine Aufgaben wahrnehmen.
Die Abnahme der Muskelkraft wird durch viele Faktoren beeinflusst. Schwangerschaft, ständiges Stehen, viel Sitzen, Heben von schweren Lasten, Übergewicht und falsches Training können solche Faktoren sein und mit dem Alter werden die Muskeln ebenfalls nach und nach schwächer – ein ganz normaler Prozess. Bei Frauen kommt noch ein besonderer Punkt dazu. Wir haben mit der Scheide eine Körperöffnung mehr. Aufgrund dieser Tatsache und auch das der weibliche Beckenboden aufgrund der Anatomie der Frau (Dehnung bei einer Geburt) mehr Bindegewebe erhält - sogen auch dafür dass diese Muskulatur bei uns Frauen eher geschwächt ist wie bei den Männern.
Beschwerden
Meist nehmen wir die Wichtigkeit unserer Beckenbodenmuskulatur erst dann wahr, wenn er geschwächt ist und sich Beschwerden äußern wie zum Beispiel:
➔ Blasen- und Darmschwäche
➔ Organwanderung
➔ Gekrümmte Körperhaltung, Rückenschmerzen, Schmerzen in der Muskulatur
➔ Druck- und Fremdkörpergefühl nach unten, Unwohlsein
➔ Errektionsprobleme
Beckenboden- training
Ein regelmäßiges Beckenbodentraining ist sehr wirksam und kann dafür sorgen, den Beckenboden stabil zu halten und wieder zu kräftigen.
Die Muskeln im Beckenboden können, wie jeder andere Muskel auch, trainiert werden. Dies geschieht durch Beanspruchung der Muskulatur (Anspannungs- und Entspannungsübungen).
Je häufiger ein Training für den Beckenboden durchgeführt wird – desto schneller stellt sich ein Erfolg ein. Du kannst direkt nach der Entbindung mit einem gezielten Beckenbodentraining starten um einer späteren Inkontinenz oder anderen Komplikationen entgegen zu wirken.
Deshalb gehört BECKENBODENTRAINING auch in jede Kursstunde einer postnatalen Trainingseinheit. Begriffe wie: Blumen pflücken, Hebung der Muskulatur nach oben und innen, Löcher verschließen, Zirkuszelt bauen, Aufzug fahren sollten alle Mamas mal gehört und angewandt haben.
Ein richtig angeleitetes Training kann helfen den Beckenboden zu stärken und zu Stabilisieren.
➔ Vorbeugung und Behandlung einer Inkontinenz/Blasenschwäche (Hier ist auch die Belastungsinkontinenz gemeint – wie zB. Beim Niesen kommt ein wenig Urin mit, beim Trampolin springen kann der Urin nicht gehalten werden oder auch eine Reizblase kann eine Folge einer Beckenbodenschwäche sein)
➔ Die Körperhaltung wird verbessert (Kräftigung und Stärkung der Muskulatur)
➔ Stabilität der inneren Organe (der Beckenboden stützt und hält die inneren Organe – Vorbeugung von Organwanderungen wie Senkung der Gebärmutter, Blase etc..)
➔ Steigerung des Sexualempfindens durch einen gesunden Beckenboden